schutzimpfungenbeim hund

Warum impfen?

Mit der Anschaffung eines Hundes hat man sich nicht nur einen verspielten, schmusigen, aufmerksamen, vielleicht auch etwas eigenwilligen Hausfreund, Wächter oder Jagdgehilfen erworben, sondern hat als Hundebesitzer auch Fürsorgepflicht und Verantwortung für ein schutzbedürftiges Lebewesen übernommen. Dazu gehört neben der artgerechten Haltung, Ernährung und Pflege auch die Gefahrenabwehr von Infektionskrankheiten. Durch rechtzeitige und regelmäßige Impfung ist der Hund geschützt.

Wir möchten Sie darum unter anderem über Folgendes informieren:

Heute gibt es zuverlässige Impfstoffe gegen die folgenden Infektionskrankheiten des Hundes:


Zurück

Grundimmunisierung und Wiederholungsimpfung

Grundimmunisierung:

Setzt sich der Organismus mit verschiedenen abgeschwächten oder abgetöteten Erregern anlässlich von Impfungen auseinander, werden Schutzstoffe (sog. Antikörper) gebildet. Diese werden mit der Muttermilch übertragen, so dass Welpen nach ihrer Geburt normalerweise auf diese Weise geschützt sind. Allerdings hält dieser Schutz nur wenige Wochen an, und die Jungtiere müssen frühzeitig durch Impfungen zur Bildung eigener Schutzstoffe angeregt werden. Die Grundimmunisierung ist der erstmalige Aufbau eines Impfschutzes. Wegen der eventuell noch vorhandenen mütterlichen Schutzstoffe sowie auf Grund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse ist die vollständige Grundimmunisierung erst nach dreimaliger Injektion im Jungtieralter (mit acht, zwölf und sechszehn Wochen)* sowie im 15. Lebensmonat bei jungen Tieren abgeschlossen.

* Im Rahmen zweier Doktorarbeiten wurde festgestellt, dass nach dem herkömmlichen Impfschema (zwei Impfungen im Jungtieralter) trotz korrekter Grundimmunisierung etwa 10 % aller geimpften Hunde ungeschützt gegen das canine Parvovirus und 30 % der Welpen ungeschützt gegen das Hundestaupevirus in das erste Lebensjahr gehen. Es ist davon auszugehen, dass dies bei den Impfungen gegen die anderen Infektionen ebenso ist. In den Studien hat sich zum Schutz des Einzeltieres eine dritte Wiederholungsimpfung in der 16. Lebenswoche als unbedingt notwendig erwiesen.

Wiederholungsimpfung:

Da die Schutzwirkung von Impfungen zeitlich begrenzt ist, müssen Wiederholungsimpfungen in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden. Dabei hat sich erwiesen, dass manche Komponenten der Impfung einen längeren Impfschutz erzeugen als andere, so dass der Tierarzt nicht in jedem Jahr alle Komponenten impfen muss (z.B. Tollwut, Staupe)und wir somit auch das Immunsystem entlasten können. Die genauen Impfintervalle finden Sie in der unteren Grafik bzw. können Sie auch jederzeit in unserer Praxis erfragen.
Als Tierhalter müssen Sie dennoch stets auf die Termine für Wiederholungsimpfungen im Impfpass achten!

Und übrigens: Dieses Impfschema wird in fast allen europäischen Staaten anerkannt und durchgeführt. Nähere Hinweise finden Sie auch unter der Rubrik: Haustiere und Reisen.

Zurück

Wann und wie sollte geimpft werden?

Jungtiere werden im Allgemeinen in der 8. Lebenswoche erstmalig geimpft. Eine weitere Impfung erhalten sie in der Regel in der 12. Lebenswoche. Um die Grundimmunisierung vollständig abzuschließen, ist eine dritte Injektion im Alter von ca. 16 Wochen erforderlich. Da neueste Studien herausgefunden haben, dass ein vollständiger Impfschutz erst mit der dritten Injektion gewährleistet werden kann. Wir halten uns damit auch an die Impfempfehlung des BPT (Bund praktizierender Tierärzte).
Danach sind Wiederholungsimpfung in regelmäßigen; Abständen notwendig. Für die Impfung selbst stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, die gleichzeitig gegen mehrere der beschriebenen Infektionskrankheiten schützen. Was, zu welchem Zeitpunkt und wie oft geimpft werden soll, entscheidet der Tierarzt unter Berücksichtigung der ihm bekannten Seuchenlage. Wichtig ist, dass der Hund zum Zeitpunkt der Impfung gesund ist und entwurmt sein sollte, da die Immunitätsausbildung sonst gefährdet ist.

Zurück

Der Impfpass

Zur ersten Impfung oder beim Kauf eines Hundes erhält man häufig einen nationalen Impfpass (gelb). Darin stehen nicht nur alle Daten zu bereits erfolgten Impfungen, sondern auch persönliche Daten zur Identität des Hundes. Außerdem lässt sich der nächste Impftermin aus diesem Dokument ablesen.
Wenn Sie mit Ihrem Tier grenzüberschreitend in andere Länder verreisen möchten, benötigen Sie zudem einen europäischen Impfausweis (blau) zum Nachweis der verlangten Schutzimpfungen. Den europäischen Ausweis erhalten Sie selbstverständlich in unserer Praxis, dies setzt allerdings voraus, dass ihr Tier zweifelsfrei identifiziert werden kann. Bei älteren Tieren kann dies über eine gut leserliche Tätowierung im Ohr gewährleistet werden, jüngere Tiere benötigen einen sogenannten Mikrochip, der unter die Haut appliziert wird. Dieser Chip hat des Weiteren den Vorteil dass ihr Tier, falls es einmal verschwinden sollte leichter wiedergefunden werden kann, da nahezu jedes Tierheim über ein Lesegerät für diese Chips verfügt.
Der Impfausweis dient des Weiteren dem Nachweis einer gültigen Impfung gegen Tollwut im Verdachtsfall. Der Impfpass ist deshalb sorgfältig aufzubewahren und muss bei jeder Wiederholungsimpfung dem Tierarzt vorgelegt werden.

Zurück

Staupe

Ein Virus verursacht die Staupe. Meist beruht die Ansteckung auf einem direkten Kontakt von Hund zu Hund. Indirekt kann sie aber auch mit Schuhen oder Kleidung eingeschleppt werden. Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber, Augen- und Nasenausfluss und mit der absoluten Nahrungsverweigerung der Hunde. Im Weiteren verläuft die Erkrankung auf unterschiedliche Art und Weise. Man unterscheidet drei Verlaufsformen, die jedoch ineinander übergehen können.

  • Bei der Darmstaupe leiden die Hunde an beinahe unstillbarem Durchfall und starkem Erbrechen.

  • Bei der Lungenstaupe werden hauptsächlich quälender Husten, Nasenausfluss und eine manifeste Lungenentzündung beobachtet.

  • Bei der Nervenstaupe leiden die Hunde an Krämpfen und Lähmungen, verlieren teilweise sogar das Bewusstsein.

Viele Staupe-Erkrankungen verlaufen tödlich. Die Tiere aber, die eine Staupe überlebt haben, behalten häufig lebenslange Schäden wie Zahnschmelzdefekte und spröde rissige Pfoten, oder es bleiben unter Umständen Verhaltensstörungen zurück.

Zurück

Hepatitis (Ansteckende Leberentzündung)

Ebenso gefährlich wie die Staupe ist das Virus der ansteckenden Leberentzündung, die der Tierarzt als Hepatitis contagiosa canis oder H.c.c. bezeichnet. Die Ansteckung erfolgt auf gleiche Weise wie bei der Staupe (direkte / indirekte Übertragung). Und auch die Krankheitssymptome gleichen denen der Staupe. Die Tiere haben hohes Fieber, verweigern die Nahrungsaufnahme und leiden an starken Bauchschmerzen. Viele Hunde, besonders Welpen, sterben in dieser Phase. Bei älteren Tieren kann es im weiteren Krankheitsverlauf zu Erbrechen, Durchfall, Mandel-, Rachen- und Bindehautentzündungen kommen. In diesem Zusammenhang sind auch schon nervöse Störungen beobachtet worden.

Hunde, die diese Krankheit überlebt haben, behalten häufig Trübungen der Augenhornhaut zurück, die zur Erblindung führen können.

Zurück

Leptospirose

Eine weitere gefährliche Hundekrankheit ist die Leptospirose. Sie ist auch unter dem Namen Stuttgarter Hundeseuche oder Weilsche Krankheit bekannt.Die Krankheitserreger gehören zu den Bakterien. Verschiedene Leptospirenarten sind nicht nur für den Hund, sondern auch für den Menschen gefährlich. Hunde, Ratten, Mäuse und andere Tiere gelten als Ansteckungsquellen. Auch verschmutzte Teiche, Tümpel, Gräben oder Sümpfe beherbergen dieses Bakterium.

Die Krankheit beginnt oft mit auffälliger Müdigkeit und schwankendem Gang, der besonders das Springen und Treppensteigen erschwert. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und zur Leber- bzw. Nierenschädigung.

Zurück

Parvovirose

Hierbei handelt es sich um eine besonders häufig auftretende Krankheit, die durch Parvoviren verursacht wird. Da diese Erreger äußerst widerstandsfähig sind und Monate bis Jahre in der Außenwelt überleben können, wird die Parvovirose auf den Hund nicht nur durch Kontakt mit Artgenossen, sondern häufig über den Menschen oder leblose Gegenstände übertragen.

Die Erkrankung kann rasant verlaufen und innerhalb von wenigen Stunden durch Herzmuskelentzündung zum Tod führen. Heute treten jedoch überwiegend Magen-Darm-Entzündungen auf. Sie äußern sich in anfänglichem Fieber, Erbrechen und Durchfall, der wässrig, schleimig oder blutig sein kann. Die Hunde fressen nicht, sie magern schnell ab und verlieren viel Flüssigkeit, was schließlich zum Tod führt.

Zurück

Tollwut

Die Tollwut ist für alle Säugetiere - also ebenso für den Menschen - lebensgefährlich. Das Tollwut-Virus wird bei Haustieren fast ausschließlich durch den Biss infizierter Füchse übertragen. Es greift das zentrale Nervensystem an und ruft Aggresivität, Wesensveränderungen und Lähmungserscheinungen hervor. Fortschreitende Ruhelosigkeit, Gleichgewichtsstörungen, gefolgt von Krämpfen und Lähmungen, führen schließlich zum Tod.

Der Mensch infiziert sich seltener an Füchsen als am Biss tollwuterkrankter Hunde und Katzen. Aufgrund der enormen Gefahr für den Menschen gehört die Tollwut zu den anzeigepflichtigen Seuchen und unterliegt als solche der staatlichen Kontrolle.

Behandlungsversuche sind bei tollwutkranken und tollwutverdächtigen Tieren verboten. Tollwutverdacht besteht dabei auch dann, wenn ein Kontakt mit einem tollwutkranken oder tollwutverdächtigen Tier nur vermutet wird.

In einem solchen Fall kann die Tötung angeordnet werden, es sei denn, das betroffene Tier ist nachweislich gegen Tollwut schutzgeimpft.

Zurück

Zwingerhusten

Der Zwingerhusten (infektiöse Tracheobronchitis) ist eine Faktorenkrankheit, d.h., dass mehrere mehrere Faktoren zum Ausbruch der Erkrankung beitragen: Zum einen sind es verschiedene Erreger, insbesondere Bordetellen und das Parainfluenza-Virus. Zum anderen sind es klimatische Bedingungen wie Feuchtigkeit und Durchzug. Ferner wird der Zwingerhusten durch eine intensive Hundehaltung (hohe Besatzdichte, starker Tierumsatz) begünstigt. In Hundezwingern ist die Ansteckungsgefahr besonders groß - daher der Name. Die geschwächten oder gestressten Hunde stecken sich gegenseitig durch Kontakt an (z.B. durch Beschnüffeln auf dem Hundeplatz). Doch auch die einzeln gehaltenen Tiere sind gefährdet, zum Beispiel beim täglichen Spaziergang oder auf Ausstellungen.

Die Erkrankung fängt meist mit klarem Nasen- bzw. Augenausfluss und quälendem, trockenen Husten an. Wird der Husten nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, verschlimmert sich der Zustand bis hin zur Lungenentzündung.

Der Zwingerhusten ist selten tödlich, doch kann sich die Erkrankung selbst unter tierärztlicher Behandlung (meist mit Hustenmitteln und Antibiotika) mehrere Wochen hinziehen.

Zurück

Borreliose

Siehe Zecken-Borreliose

Zurück